Hempel I, Hempel G

Biologie der Polarmeere

Erlebnisse und Ergebnisse

Biology of the Polar Seas

Adventures and Results

Fischer Jena - Stuttgart - New York

In diesem Buch sind aktuelle Forschungsberichte junger deutscher Wissenschaftler zusammengefasst, die auf Expeditionen in die Arktis und Antarktis ihre Forschungsarbeiten durchfuehren. Anschaulich wird von dem oft langen und muehsamen Weg berichtet, der von der Fragestellung bis zu einem mitunter nur kleinen Ergebnis gegangen werden muss, das zum Baustein unseres Wissens um die Okologie der Polarmeere wird.

Drei einfuehrende Aufsaetze ueher die Erdgeschichte, Ozeanographie und Eisbedeckung der Polargebiete sind den biologischen Einzelbeitraegen vorangestellt. Diese handeln von den an Eis, Kaelte umd periodischen Lichtmangel angepapten Lebensgemeinschaften des Plankton und Benthos, von Eisgemeinschaften, Krill, Fischen, Tintenpschen bis zu den Voegeln, Robben and Walen.

Im Geleitwort von Helmut Schmidt, der eine der Arktisreisen miterlebte, spiegelt sieh die Faszination dieser Forschung auch fuer Nichtbiologen wider.

Ein Buch, das jeden naturwissenschaftlich interessierten Leser begeistern wird. ISBN 3-334-60950-2


Zum Geleit

Im Sommer 1989 haben meine Frau und ich einmal von Spitzbergen aus an einer kurzen Forschungsfahrt der "Polarstern" in die Ostgroenland-See teilnehmen duerfen. Im Mittelpunkt standen damals biologische Untersuchungen. Loki war fasziniert von den bizarren Schlangensternen und ich von der Drift der Eisschollen. Abends trafen sich die Wissenschaftler, die meisten waren Doktorandinnen/Doktoranden, mit einigen Besatzungsmitgliedern im kleinen Kinoraum des Schiffes. Einer der Wissenschaftler berichtete jeweils aus seinem Arbeitsgebiet und ueber den Fortgang seiner Arbeiten an Bord, zumeist sehr anschaulich, so dass auch fachfremde Kollegen es verstanden. Auch Loki und ich waren in das Vortragsprogramm eingespannt: Loki mit einer botanischen Schilderung ihrer letzten Namibia-Reise und ich mit einer Uebersicht ueber die grossen Wirtschaftsbloecke der Welt. Spaeter wurden die Diskussionen haeufig beim Bier fortgesetzt.

Das Thema eines der Abendgespraeche war meine seit langem wiederholte These von der "Bringschuld der Wissenschaft" gegenueber der Oeffentlichkeit, weil doch der Steuerzahler die Wissenschaft zumeist finanziert. Gotthilf Hempel stellte dieser These ergaenzend eine "Holschuld der Medien" gegenueber; einer serioesen Wissenschafts-Berichterstattung muesse in den Medien mehr Platz eingeraeumt werden, damit in der Oeffentlichkeit ein realistisches Bild von den Ergebnissen, aber auch von den Problemen und von den Grenzen der Wissenschaft entstehen koenne - gerade auch auf dem Felde der Umweltforschung und ihrer Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Wir waren uns einig, dass neben den recherchierenden Wissenschaftsjournalisten auch die Forscher selbst sich bemuehen muessen, die Oeffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen. Mir schien, dass dies auf der "Polartern" vorbildlich geuebt wurde.

Fuer Frau Irmtraut Hempel, die als Planktonbiologin an Bord war, mag unser Gespraech Anstoss fuer das hier vorgelegte Buch gewesen sein. Sie hat ihre Kollegen davon ueberzeugt, dass jeder von ihnen in der Lage sein sollte, dem interessierten Zeitgenossen einen Einblick in seine Forscherwerkstatt zu ermoeglichen, wissenschaftlich exakt, aber doch anschaulich und zugleich zum Weiterfragen anregend. Den meist jungen Autoren ist es gelungen, etwas von der Faszination wissenschaftlicher Arbeit im Eis des Polarmeeres zu vermitteln. Hoffentlich hat es den Autoren ausserdem noch Spass gemacht, ihre Bringschuld einzuloesen.

Helmut Schmidt - Altbundeskanzler


Polarforschung lebt vom Zusammenwirken von Arbeitsgruppen verschiedener Disziplinen, die gemeinsam kostspielige Einrichtungen wie Forschungsschiffe, Messflugzeuge, Polarstationen und Eislabors nutzen. In Deutschland wird die Polarlogistik vom Alfred-Wegener-Institut fuer Polar- und Meeresforschung vorgehalten, sie dient sowohl den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des eigenen Instituts als auch in grossem Umfang den Angehoerigen deutscher Universitaeten.

Damit dies moeglich ist, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft fruehzeitig das Schwerpunktprogramm "Antarktisforschung" geschaffen, das gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs fuer die Polarforschung foerdert und die Beteiligung von Forschergruppen der Universitaeten an den Polarexpeditionen ermoeglicht. Auch die Forschungsarbeiten deutscher Wissenschaftler in auslaendischen Polarstationen werden durch das Schwerpunktprogramm finanziert, so wie umgekehrt auslaendische Forschergruppen an den "Polarstern"-Expeditionen teilnehmen, jeweils unterstuetzt von ihren nationalen Organisationen oder der European Science Foundation.

Die Expeditionsergebnisse werden in internationalen Symposien unter Fachkollegen diskutiert und anschliessend veroeffentlicht. Journalisten und Fernsehteams nehmen haeufig an den Expeditionen teil und berichten auf ihre Weise fuer ein breites Publikum. Zwischen Fachveroeffentlichungen und Medienbericht klafft aber eine Luecke, es fehlt an Darstellungen, die allgemeinverstaendlich und zugleich kompetent sind.

Frau Dr. Hempel, Polarforscherin und Redakteurin einer Fachzeitschrift ueber Polare Biologie, hat gemeinsam mit ihrem Mann, dem langjaehrigen Sprecher des Schwerpunktprogramms, diese Luecke gefuellt. Sie veranlasste ihre meist jungen Kolleginnen und Kollegen so ueber die eigenen Forschungsgebiete zu schreiben, dass es der gebildete Laie gern liest.

Was den Polarbiologen mit diesem Buch gelang, sollte auch andere Arbeitsgruppen ermutigen, von Zeit zu Zeit zusammenfassend aus ihren Forscherwerkstaetten zu berichten und sich so von Lehrern und Schuelern oder von Kollegen aus anderen Disziplinen ueber die Schulter schauen zu lassen. Dass dabei die Autoren voneinander lernen, sich allgemeinverstaendlich auszudrucken, ist ein wichtiger Nebeneffekt.

Wolfgang Fruehwald - Praesident der Deutschen Forschungsgemeinschaft






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Independent Book Review

from MONOCULUS by Hans-U. Dahms, University Oldenburg

To write a book for the non-specialist, for those who are not (as yet) involved in polar marine research, and to fascinate a coming generation of students about polar biology - this was the intention of both editors, I. and G. Hempel.

As such this book should also show emotional aspects always involved in scientific endeavours, especially so during the adventure of an expedition to polar regions.

To pass on some of the vibrations of scientific curiosity, ambition and pleasure to the reader, as well as the frustration which may turn up when things do not work as they should. Also, to write about failures or misconceptions should provide a different view of living science - aspects which are usually neglected in the hard core of scientific publications which are predominantly restricted to "positive results":

Contrary to this intention most authors stuck to the objective side of their experiences. Little is said about failing methodological approaches or the improvements usually to be made step by step. Even less is mentioned about the hypothesis which finally could be falsified. If one turns to the conclusions concerning the future of polar regions and the issues of concern, little is mentioned about these as well.

Also copepods are considered in this book. Copepoda which live in the crevices or underneath the sea ice which covers as pack ice the main area of the Southern and Arctic Oceans during polar winter. Planktonic Copepoda which contribute also a substantial portion of the plankton of polar seas.

On the other hand, deals the book with a wide variety of subjects and to discuss all of them here would be superfluous. It contains 33 chapters, with some introducing essays at the beginning of the book which outline its scope. Initial chapters introduce the reader to the geological history, oceanography and ice phenomena of polar regions. These are followed by contributions on the living communities belonging to the plankton, the benthos, and sea ice. The reader gets involved in the biology and ecology of phytoplankton, copepods, krill, squid, fish, birds, seals, and whales. It was particularly satisfying to the present reviewer to see that evolutionary causes of polar biodiversity were not altogether divorced from their ecological background - may their nature be abiotic or biotic. Each of these chapters was written by a single author in most cases: altogether 43 experts gave their contributions. Although the chapters are of uneven quality, in general a wealth of knowledge has been summarized here and has been made available to the general public. As this is a multi-author book, it promises to be a mosaic of independent contributions, each dealing with aspects of certain groups of organisms belonging to certain habitats. It was not intended for the scientists who wants to make an in-depth study of a certain problem, but may be of stimulating value to everybody with an interest in the marine biology of polar regions.

Most of the results were obtained from cruises of the research vessel and ice breaker "Polarstern". About 3800 scientists from German and foreign research institutions have taken the opportunity to make use of this high-tech research platform, since its maiden voyage in spring 1984 to the high Antarctic. Since then "RV

Polarstern" made approximately 550000 sm, that is almost equal to 25 times the circumference of the earth. It was the first time in men's history when "RV Polarstern" and the Soviet icebreaker "RV Oden" reached the North-pole in 1991.

The authors have tried to present their results in an attractive way and the book includes many excellent pictures, drawings and diagrams. The illustrations are clear, and not loaded with data which would irritate the initial reader. The book is well edited and printed in a most appealing format. It will not only be a very useful volume for aquatic ecologists, it is also a beautiful book. Also, there is a comprehensive set of references and index. Although the literature is not complete (...it can hardly be exhaustive for such a wide-ranging topic), the cited references may give a good start for anybody looking at the biology of Polar Oceans. This book should be on all library shelves as a reference source for undergraduates. Furthermore, as scientific books come these days, the price of this paperback edition is low enough to be affordable by those most likely to benefit from this book: honours students, postgraduates and any marine scientist who needs an introduction and a brief survey to the biology of Polar Seas. It will be invaluable for researchers, students and amateur biologists for years to come.

Hans-U. Dahms, Oldenburg





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